Samstag, 12. Oktober 2013
Das Wesen der Engel
"Die Engel sind mit Verstand und freiem Willen ausgestattete Geistwesen, die Gott am Anfang der Zeit zu seinem Dienst und zur Hilfe der Menschen aus dem Nichts erschuf. Die Kirchenlehrer sprechen von drei Engelshierarchien, jede Hierarchie ist in drei Chöre mit unterschiedlichen Aufgaben unterteilt. Die Engel besitzen Geistesschärfe, natürliche und übernatürliche Erkenntnis, denn sie schauen immerfort das Antlitz Gottes. Trotz ihres umfassenden und durchdringenden Wissens sind sie nicht allwissend. Sie sind den Menschen durch ihre reine Geistnatur weit überlegen, doch in Erfüllung des göttlichen Auftrags sind sie immer bereit, sie zu erleuchten, ihnen zu helfen und zu dienen, wenn sie darum gebeten werden. Gott hat den Engeln eine Reihe von Aufgaben anvertraut : sie wenden von ihren Schützlingen Gefahren und Übel des Leibes ab, sie verwehren den bösen Geistern, ihnen Schaden zuzufügen, sie flößen gute Gedanken und Anregungen ein, sie bringen ihre Gebete vor Gott und beten für sie. Jedoch geschieht alles unter der Voraussetzung des freien menschlichen Willens, überirdische Hilfe und Inspiration anzunehmen, das Böse zu erkennen und abzulehnen, sich regelmäßig im lobpreisenden, bittenden und fürbittenden Gebet an Gott zu wenden. Die Tragik der Engel liegt darin, dass die meisten Menschen sie nur als romantische Fabelwesen und nicht als reale Mächte wahrnehmen, zu denen durch eine verehrungsvolle Gebetskultur ein Freundschaftsverhältnis aufgebaut werden kann." (F.Holböck) - "Im Anfang der Welt schuf Gott den Himmel als Raum der Engel und des Lichtes. Diese Urwelt ist das Bild göttlicher Ordnung, ein leuchtendes Feuer. Mit dem Wort "Es werde Licht" erschuf Gott die Engel als jene besondere Strahlkraft. Das weitere Sechstagewerk erlebten die Engel als begnadete Mitwisser, als Zeugen und Eingeweihte der Weltwerdung des göttlichen Willens. Sie haben den gewaltigen Kraftakt der Schöpfung in der Weise miterlebt, dass Gott ihrem Gedächtnis alles Geschaffene für alle Zeit eingeprägt hat. Gott wollte sich des vollbrachten Werkes nicht allein erfreuen, er teilte Zufriedenheit und Wohlgefallen mit den Erstgeborenen und Lichterfüllten. Der Engel hat das innigste Verhältnis zur Schöpfung, er sieht sie in ihrer Gesamtheit, er besitzt in sich die Essenz der Welt. Engel sind Urmächte des Kosmos, ihr Wesen ist Lobpreis. Gott hat über jedes Ding im All einen Engel gesetzt und wirkt über diese Geister mitten in der Welt. Wie die Sonne nicht ohne Licht denkbar ist, so auch die Gottheit nicht ohne die vor Begeisterung flammende Engelsverehrung. Engel sind für uns Menschen nicht Geschöpfe einer entrückten Jenseitigkeit, sondern einer Welt, die uns beansprucht und herausfordert, wir dürfen als Leib- und Seelewesen am Leben der Engel teilnehmen. Die menschliche Haltung ihnen gegenüber ist Hochachtung und Dankbarkeit, keinesfalls Anbetung, denn die gebührt Gott allein. Auch ist es den Menschen nicht erlaubt, durch beschwörende Rituale den Versuch zu unternehmen, ihre Hilfe zu erzwingen.Trotz ihrer eminenten Bedeutung sind diese neun Engels-Chöre nicht Ziel und Mittelpunkt der Schöpfung. Natur und Geschichte der Welt waren im Heilsplan Gottes von vornherein auf den Menschen angelegt" (H.Schipperges).
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