Donnerstag, 12. Juni 2014
Die Gottlosigkeit
"Der gottlose Mensch ist eine Gestalt in tierischer Verkrüppelung. Ihm fehlen Hals und Genick. Sein abstoßendes Haupt wächst aus der Brust heraus, der Hinterkopf bildet einen Buckel zwischen den Schulterblättern. Er besitzt große, feurige Augen und ein Leopardenmaul, aus beiden Mundwinkeln hängt der Kopf einer Schlange heraus. Füße und Waden fehlen ihm, er steht hoch aufgerichtet wie eine Götzenstatue auf den Knien. Das Haupt verbirgt sich hinter einem schwarzen Tuch, den Leib umhüllt ein schwarzes Gewand. Schwarz ist die Farbe der Nacht, der Trauer und des Todes. Der Leugner Gottes lebt in der Nacht des Unwissens, er betrauert die Endlichkeit aller irdischen Freuden und er wird einst in den Tod der ewigen Verdammung eingehen. Er verschränkt die Arme unter dem Gewand, leere Handschuhe baumeln an der Seite herab. Die Verschränkung der Arme und die Handschuhe bedeuten, dass seine untätigen Hände keinerlei bleibenden Nutzen bringen. Das Leopardenmaul zeigt, dass er alles in Wut und Hass zerfetzt, was ihm nicht passt, er verachtet seine Mitmenschen und bekämpft gnadenlos Heilige und Gerechte in schlangenhaft bissigem Übelwollen. - Der Gottlose hat sich den gefallenen Engeln zugesellt, die in ihrer törichten Überheblichkeit rufen: Luzifer vollbringt doch viel größere Wunder als Gott. Luzifer ist unser Herr, wir wollen keinen Gott neben ihm." (Hildegard v.B.) - Atheistische Regierungen versprechen ihren Bürgern das Paradies auf Erden, gerechte Verteilung der Güter, angemessene Entlohnung und Gleichheit vor dem Gesetz. Real erweisen sich diese Verheißungen als leere Phrasen. In allen atheistischen Staaten der Vergangenheit und Gegenwart herrschen Unterdrückung, brutale Verfolgung, Folter, Eliminierung kritischer Geister, Korruption und eine Regentschaft des Mittelmaßes. Je mehr der Ungläubige von Gott abrückt, desto mehr nähert er sich dem Tier an. Er wird zur Schlange, zum Wolf und Panther. Der Starke frisst den Schwachen, tyrannisiert den Ohnmächtigen, triumphiert über den Benachteiligten, entledigt sich des Behinderten. Nicht das Nichts tritt an die Stelle Gottes, sondern die Verklärung des Animalischen. - Der Atheist weist ein großes Geschenk zurück, das Gott auch ihm zugedacht hat, einen Rettungsanker der Hoffnung, die geschwisterliche Gemeinschaft mit den Engeln, die Gesprächsmöglichkeit mit Christus und den Heiligen. Der Gottesglaube könnte ihn von seiner Isolation, seiner Ichversponnenheit und Einsamkeit befreien. Doch er gibt sich mit der Endgültigkeit der Grabesruhe zufrieden und zieht deshalb die Möglichkeit eines Weiterlebens nach dem Tod nicht in Betracht. - Die Gegenspielerin der Gottlosigkeit ist die Frömmigkeit. Der Fromme ist vom Weiterleben und von der uneingeschränkten Geborgenheit in Gott überzeugt. "Wer im Schutz des Höchsten wohnt und ruht im Schatten des Allmächtigen, der sagt zum Herrn: Du bist für mich Zuflucht und Burg, mein Gott, dem ich vertraue. Du rettest mich aus der Schlinge des Jägers und aus allem Verderben. Du beschirmst mich mit deinen Flügeln, unter deinen Schwingen finde ich Zuflucht, Schild und Schutz ist mir deine Treue. Ich brauche mich vor den Schrecken der Nacht nicht zu fürchten, noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt, noch vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die wütet am Mittag. Denn der Herr ist meine Zuflucht, ich habe mir den Höchsten als Schutz erwählt. Mir begegnet kein Unheil, kein Unglück naht meinem Haus, denn er befiehlt seinen Engeln, mich zu behüten auf all meinen Wegen." (Psalm 91)
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