Freitag, 14. März 2014

Die Dreifaltigkeit

"Gott existiert nicht in isolierter Einsamkeit, sondern verwirklicht in sich die personale Lebensfülle der Liebe als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Als diese Liebe teilt er sich in der Menschwerdung des Sohnes und der Sendung des Geistes der Welt mit." (C.Schütz) - "Durch die neutestamentliche Offenbarung der Dreipersönlichkeit Gottes wird am überlieferten Monotheismus des Alten Testamentes nicht gerüttelt. Die Einzigkeit Gottes war die unverrückbare Grundlage, auf der sich die Ausfaltung des Innenleben Gottes aufbauen konnte. Die fortschreitende Enthüllung des Trinitätsgeheimnisses begann im Alten Testament als allgemeine Vaterschaft Gottes und trat im Neuen Testament als einzigartige Vaterschaft Gottes seines wesensgleichen, menschgewordenen Sohnes in Erscheinung. Dass Gott nicht nur als Vater und Sohn, sondern auch als eine von Vater und Sohn real verschiedene Person als Heiliger Geist existiert, offenbarte sich als allmählich fortschreitende Selbsterschließung. Erst bei den Abschiedsreden Jesu im Abendmahlsaal wurde eindeutig klar, dass der Heilige Geist nicht Vater und Sohn, aber trotzdem eine göttliche Person ist, die von Vater und Sohn zur Heiligung und Einigung der Menschheit in die Welt gesandt wird. " (F.Holböck) - "Ein überhelles, makelloses Licht sinnbildet den Vater. Und darin eine saphirblaue Menschengestalt. Sie zeichnet den Sohn, der seiner Gottheit nach vor aller Zeit aus dem Vater gezeugt, seiner Menschheit nach in der Zeit zur Welt geboren wurde. Seine Gestalt brennt durch und durch im sanften Rot funkelnder Lohe. Sie weist auf den Heiligen Geist hin, von dem der Eingeborene Gottes dem Fleische nach empfangen und aus der Jungfrau geboren, der Welt das Licht der wahren Herrlichkeit ergoss. Untrennbar sind sie in der Majestät Gottes, unverletzlich und ohne jede Veränderlichkeit lebt die eine Gottheit in den drei Personen.." (Hildegard v.B.) - Die sakrale Kunst hat im Lauf der Jahrhunderte mehrere Möglichkeiten gefunden, die Einzigartigkeit der christlichen Gottesvorstellung abzubilden, wobei ihr bewusst war, dass nur ungefähre Annäherungen in menschliche Vorstellbarkeit passen. Diese Darstellungen reichen von symbolhaften Zeichen, dem Dreieck und den drei sich durchdringenden Kreisen bis zum trinitarischen "Gnadenstuhl". Eine originelle Perspektive findet sich auf dem Schwarzenfelder Altarbild. Vater und Heiliger Geist sind als Männer in reifem Alter dargestellt und unterscheiden sich nur in der Kleidung und den Insignien ihrer Bedeutung. Gottvater ist goldgewandet, der Heilige Geist trägt Rotgewandung als Andeutung des Feuers und die in Brustmitte schwebende Taube. Beide Gestalten halten mit je einer Hand das Kreuz, das sie mit liebevoller Vorsicht auf den Sohn herablassen. Jesus in der Bildmitte ist in graues Bußgewand gehüllt. Er umfasst beherzt den vom Himmel bis auf die Erde reichenden Längsbalken des Kreuzes und zieht ihn an seinen Leib. Sein Gesicht zeigt Gelassenheit und zuversichtliches Einverständnis zum weisheitsvollen Plan des Vaters. - Die Dreifaltigkeitslehre wird erst dann aus ihrer Abstraktion herausgelöst, wenn es dem Menschen gelingt, im innerlichen Gebet Kontakt zu den drei Aspekten der Göttlichkeit aufzunehmen und das unermüdliche Wirken des Schöpfers, die Erlösungskraft Christi und die alle kosmischen Geheimnisse enthüllende Lichtfülle des Heiligen Geistes wahrzunehmen und damit seinen Alltag zu verklären.

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