Freitag, 28. März 2014
Die Kirche
"Hildegard beschreibt die Kirche als Frau, die ständig schwanger ist. Ihr Leib gleicht einem riesigen Netz mit vielen Öffnungen, durch die schwarze Kinder in sie eingehen. Sie zieht sie nach oben und gebiert sie mit dem Mund. Unterwegs verlieren diese Kinder ihre schwarze Haut und kommen mit weißen Gewändern aus ihrem Mund hervor. Das Bild vom Netz erinnert an den Menschenfischer Christus. Die weibliche Gestalt der Kirche ergibt sich daraus, dass Christus auf Erden die weibliche, erbarmende Seite Gottes verkörpert hat. Die Geburt aus dem Mund entlässt den getauften Menschen keineswegs aus der Kirche, er ist nun im Gegenteil ihrem Wort und ihrer Weisung unterstellt. Im Reden der Kirche wird Christus selbst hörbar. Er mahnt mit den Worten der Wahrheit, die altgewohnte Bosheit abzulegen und das neue Geschenk der Gnade zur Rettung anzunehmen." (H.Gosebrink) - Bei Christi Kreuzigung wurde die Kirche aus dem Blut seiner Wunden geboren, an Pfingsten erhob sie sich aus Geist und Wasser zu ihrer gültigen Form. Von den Aposteln als den ersten Lehrern stammen alle nachfolgenden ab. Die Kirche reicht das Evangelium des Herrn von Generation zu Generation weiter, sie kümmert sich um das rechte Maß des menschlichen Daseins und sorgt für Ausgeglichenheit im Feiern und Fasten. Dadurch wacht sie darüber, dass nicht übertriebene Strenge oder gleichgültige Verweichlichung die Menschen verderben. Die Kirche empfing Liebe, Demut und Frieden als bräutliche Mitgift. Gott ist Liebe, in der Demut Christi wurde Gott Mensch. Vom Himmel brachte Christus den Frieden, um den die schwankende Welt immer von neuem kämpfen muss. Noah, Abraham und Moses deuten bereits auf die kommende Kirche hin. Die Arche Noahs schuf Geborgenheit inmitten der tosenden Sintflut, Abrahams Gehorsam erbaute in der himmlischen Stadt einen mächtigen Turm, Moses errichtete aus dem Gesetz die Säulen des Hauses Gottes. Doch erst In Christus vermählten sich Gesetz und Gehorsam, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. - Gottesglaube ohne Kirche ist eine Illusion. Glaube bedarf der Ordnung und Struktur. Die Annäherung an Gott vollzieht sich nur schrittweise, sie muss durch Wissensvermittlung und Gebetskultur konsequent eingeübt und vervollständigt werden. Die Liebe Gottes, seiner Engel und Heiligen kommt erst dann in Fülle zu den Menschen, wenn sie dafür aufnahmefähig und zum dankenden Lobpreis bereit sind. Diese Voraussetzungen kann nur die Kirche schaffen, wenn sie den Blick ohne Heuchelei und gefällige Weltanpassung unbeirrt auf Gott richtet. - "Christus hat in seiner Menschwerdung die Kirche als Turm und Festung gegen die Bosheit des Teufels aufgerichtet. Sie erstrahlt noch nicht im fertigen Werk der Vollkommenheit, doch ist ihre Herrlichkeit im Wissen Gottes als festes Fundament verborgen. Auch der Turm selbst ist noch nicht ausgebaut, doch schaffen viele Arbeiter eifrig und mit großer Geschwindigkeit daran. Mit Sorgfalt und Mühe schreitet das gewaltige Bauwerk unaufhaltsam im Wechsel der dahingleitenden Zeiten der vollen Ausgestaltung entgegen." (Hildegard v.B.)
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