Freitag, 7. März 2014
Der Heilige Geist
"Der gläubige Mensch muss durch die Salbung des Lehrers aus der Höhe geschmückt und gefestigt werden. Nur dann wird er in all seinen Gliedern zur Erwerbung der Seligkeit ausgerüstet sein und zur Ausgestaltung der ihm verliehenen Schönheit gelangen." (Hildegard v.B.) - "Die Erkenntnis des Heiligen Geistes ist das konkreteste Thema von Glaube und Theologie, weil hier das Zusammengehören von Gott und Mensch zur Debatte steht. Sie ist zugleich die höchste Aufgabe, weil im Wissen um den Geist alles Wissen des Menschen zur Weisheit wird." (Hegel/Schütz) - "Der Geist Jahwes wurde von den Propheten als die größte göttliche Gabe der messianischen Heilszeit angekündigt. Dabei ist dann diese Gabe des Heiligen Geistes nicht mehr auf einzelne auserwählte Männer beschränkt, sondern wird allen Gliedern der messianischen Heilsgemeinschaft geschenkt." (F.Holböck) - Die sakrale Kunst stellt Gottvater und Christus in menschlicher Gestalt dar, die Signaturen des Heiligen Geistes sind meist Taube, feurige Zungen, Flämmchen oder fackelartige Strahlen. Er ist mehr eine Emanation als eine Person. - Bevor Jesus in den Himmel entrückt wurde, gab er seinen Jüngern das Versprechen, den Heiligen Geist als Wegweisung, Erleuchtung und Trost zu senden. Diese Herabkunft geschah in einer überwältigenden Form, einer Explosion von Licht, einem Feuerregen. Pfingsten formte aus einfachen Fischern erleuchtete Menschenführer und aus ängstlichen Gottsuchern todesmutige Verkündiger. Die Ausgießung des Heiligen Geistes beschränkte sich nicht nur auf die Jünger des Herrn. Die Apostel traten aus der Abgeschiedenheit des Abendmahlsaales hinaus unter die Menge der Fremden aus vielen Nationen und predigten ihnen ohne Scheu. Ihre Rede wurde in allen Sprachen verstanden und drang bis ins Innerste der Zuhörer. Demütig beugten sie sich und ließen sich auf den Namen Jesu Christi taufen. - Für Hildegard ist der Heilige Geist ein klarer Quell, das Feuer der Liebe und der Wohlduft der Tugenden. Er spendet Leben, bewegt das All, ist Schutzwehr und Hoffnung auf Einheit. Er sendet der Welt Menschen voll Einsicht, die beglückt sind vom Glutstrom der Weisheit. - Der Heilige Geist ist ein Geschenk für alle Menschen. doch wie jedes Geschenk kann er verschmäht werden. Die sieben Gaben und zwölf Früchte des Geistes teilen sich nur einer geistgeöffneten Seele mit. Dazu bedarf es des Hungers und des Durstes. Wer von den weltlichen Gütern vollauf gesättigt wird und kein Sehnen nach Spiritualität kennt, zieht das Minderwertige dem Wertvollen vor. Mehr als das, er verdirbt sich durch sein ausschließliches Verlangen nach amüsanten Surrogaten das Gespür für die Köstlichkeit des göttlichen Odems.
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