Dienstag, 17. September 2013
Gott
Gott tritt mit der Schöpfung der Welt aus seiner Ewigkeit heraus und gestaltet Zeit und Geschichte. Diesem Anfang der Welt geht eine Vielzahl innergöttlicher Entscheidungen voraus, vor der Zeit liegt Gottes ewiger Ratschluss, sich in der Zeit mitzuteilen. (H.Gosebrink) - Gottes Haupteigenschaft ist Wirken, Werkzeug seines Wirkens ist das Wort. Dieses Wort ist Befehl, Anordnung und Gestaltungskraft. Gott will Welt, er will Sternenfülle des Weltalls, Blühen, Gedeihen und Vermehren, Helfer und Gefährten, ein Gegenüber, einen Freund und Partner, er will den Menschen. Gott ist Freiheit, nichts engt seine Allmacht ein. Er schenkt aber auch Freiheit, er will Mitarbeiter, keine Sklaven. Gott ist Gerechtigkeit, er erlässt strikte Gebote zum Nutzen der Engel und Menschen, fordert Gehorsam und Treue, duldet keine fremden Götter neben sich, denn das wären hirnlose Götzen auf tönernen Füßen. Gott ist Licht, Erleuchtung, Erhellung der Nacht. Er ist aber auch der völlig Andere, der Unbegreifliche, der Verborgene hinter allem Offensichtlichen, den keine Vorstellungskraft je völlig fassen kann. Doch ist er dem Menschen nicht fremd und fern, er hat seit Adam und Eva immer wieder mit ihm gesprochen und sich ihm geoffenbart. - Die Menschen erdichten sich mit blühender Phantasie gern ihren eigenen Himmel und bevölkern ihn mit einer Vielzahl von Göttern, die sie bewundern oder fürchten : Repräsentanten der Macht, des Kampfes, der Liebe, der Fruchtbarkeit, der Jagd, des Zornes und des Todes. Sie sind ein Spiegel des öffentlichen Lebens und zeigen alle Eigenschaften der gefallenen menschlichen Natur, Despotismus, Wortbruch, Ehebruch, Diebstahl, Mord, Grausamkeit und Zerstörungswut. - Mit Vorliebe aber ignoriert der Mensch völlig die Existenz Gottes. Gottesglaube bedeutet Verpflichtung gegenüber einer höchsten Autorität, das Akzeptieren moralischer Gesetze, die berechtigte Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tod, die Rechtfertigung aller irdischen Entscheidungen vor einer transzendenten Instanz. Mit der Leugnung Gottes schüttelt der Mensch alle jenseitigen Optionen von sich ab, er beraubt sich aber auch der Quintessenz seines diesseitigen Daseins. Der Superlativ der Gottlosigkeit ist die Erhebung der eigenen Person zur Gottheit. Das sieht dann so aus: "Ich bin mein eigener Herr und Gesetzgeber. Ich gehorche niemand, ich schulde niemand Dank und nehme auf niemand Rücksicht. Ich fordere von aller Welt Respekt, alle sollen meine Schönheit, Klugheit, meine Titel, meinen Besitz und die Vortrefflichkeit meiner Werke bewundern."
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen