Freitag, 13. Dezember 2013

Der Bund mit Israel

Es geht Gott um die Zusammenarbeit mit den Menschen, dazu stellt er aber hohe Forderungen. Der Bund, den Gott einst mit Adam im Paradies geschlossen hatte, sollte sich auf die gesamte kommende Menschheit erstrecken. Doch Adam versagte und ließ sich vom Bösen abwerben. Auch der größte Teil seiner Nachkommen wählte den bequemen Weg der anarchistischen Selbstherrlichkeit und verursachte damit die Sintflut. Der neue Bund zwischen Gott und Abraham betrifft nur ein einziges Volk, Israel. Als Repräsentant dieser Verbindung wird Abraham auf Herz und Nieren geprüft. Gott kann ihn nur gebrauchen, wenn er sich geduldig seinen Plänen und Zeitmaßen anpasst. Als erste Aufgabe verlangt Gott von ihm, die Geborgenheit des Gewohnten zu verlassen und den Aufbruch ins Ungewisse zu wagen. Er soll nicht vor den bisherigen Pflichten davonlaufen, sondern vertrauensvoll einem Versprechen Gottes folgen. Abraham weiß aber genau, dass diese Auswanderung ohne Nachkommen eine Sackgasse bleiben wird. Gott verspricht ihm einen Sohn, wenn dies auch nach biologischen Gesetzen unmöglich erscheint, Sara und Abraham sind bereits hochbetagt. Das Hoffen gegen jede Hoffnung wird belohnt. Nun aber überrascht Gott Abraham mit einer unvorstellbar grausamen Forderung, er soll ihm diesen langersehnten Sohn aufopfern. Er ist bereit, auch diesem Verlangen widerspruchslos nachzukommen. Seine Heimat, sein Vermögen, sein Sohn sind unverdiente Geschenke Gottes, er ist jederzeit zur Rückgabe bereit. Doch Gott handelt nicht widersinnig, er gibt sich mit der Bereitwilligkeit zufrieden Nun erst, nach dieser härtesten Prüfung, ist Abraham fähig, ein auserwähltes Volk zu begründen. - Gottes Bedingungen sind eindeutig, er duldet keine fremden Götter neben sich, keine Vergöttlichungen blinder Naturkräfte, keine furchteinflößenden Götzen, deren Wohlwollen mit ausschweifenden Orgien und grausamen Blutopfern errungen wird. Als äußeres Zeichen des völligen Andersseins seines neuen Volkes verlangt Gott die Beschneidung der Männer. - "Hildegard versteht die Beschneidung als deutliches Zeichen dafür, dass der Mensch zu Gott gehört und sich auf ein Bündnis mit ihm eingelassen hat. Im Alten Bund will Gott damit den verlorenen Menschen an sich binden und ihn wieder zur Kooperation gewinnen. Im Neuen Bund geschieht dies durch die Taufe, deren Vorbild die Beschneidung ist. Sie wird nicht einfach von der Taufe abgelöst, sie geht vielmehr auf die Taufe über, sie erfährt eine Veränderung und Ausweitung. Bezog sich die Beschneidung nur auf ein einziges Volk und in diesem nur auf die männlichen Nachkommen, verwandelt die Taufe Männer und Frauen aller Völker zu Kindern Gottes." (H.Gosebrink)

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