Freitag, 6. Dezember 2013
Abraham
"Die Finsternis, in die der Mensch durch die Sünde fiel, entwickelte eine Eigendynamik. Sie wuchs und breitete sich immer mehr aus. Dann erschienen in dieser Finsternis drei große Sterne und viele andere in hellem Schein funkelnd und schließlich ein riesengroßer Stern, der wunderbaren Glanz verbreitete. Auf der Erde erschien ein Licht wie die Morgenröte.- Hildegard beschreibt hier, wie der Mensch im Verlauf der Heilsgeschichte erleuchtet wird und schließlich seinen Glanz zurückerhält. Die drei großen Sterne sind die Erzväter im Glauben Abraham, Isaak und Jakob, ihnen folgen die verschiedenen kleinen Sterne der Propheten. Der riesengroße Stern ist Johannes der Täufer, der Vorläufer des Erlösers. Die Morgenröte bezeichnet die Jungfrau Maria, aus der der Lichtmensch Jesus hervorgeht." (H.Gosebrink) - Der Patriarch Abraham ist der Stammvater Israels. Der Legende nach stand er in den Diensten des gewaltigen Königs und Jägers Nimrod, trennte sich aber nach einem Zerwürfnis von ihm und wurde Viehzüchter. Sein ganzes Leben begleiten ihn göttliche Aufträge und Verheißungen, die ihm oft absurd erscheinen. Er kommt trotzdem den Wegweisungen gehorsam nach. Gott befiehlt ihm, die Geborgenheit seiner Heimat zu verlassen und mit Familie, Gesinde und Herden in ein fremdes Land aufzubrechen, das ihm Gott als bleibenden Besitz verheißt. Abraham ist ein tüchtiger Mann, er bringt es auch im fremden Land zu Wohlstand. Seine einzige Sorge ist die Kinderlosigkeit, seine außergewöhnlich schöne Frau Sara ist unfruchtbar. Eine seltsame Begegnung krempelt sein Leben um. Als er eines Tages vom Feld heimkehrt, sitzen drei Männer vor seinem Zelt. Es sind Boten Gottes und sprechen zu ihm mit göttlicher Vollmacht. Sie verheißen ihm einen Sohn und zahlreiche Nachkommen. Nach langer Zeit wird Sara schwanger und gebärt Isaak. Als dieser zum Knaben herangewachsen ist, befiehlt Gott Abraham, ihm das Kind zu opfern. Abraham bindet Isaak und legt ihn auf den Holzstoß, den er auf den Altar geschichtet hat. Als er die Hand mit dem Messer erhebt, um seinen Sohn zu schlachten, hält ihn ein Engel davor zurück und spricht zu ihm im Namen Gottes: "Strecke deine Hand nicht aus gegen diesen Knaben, denn nun habe ich erkannt, dass du gottesfürchtig bist. Weil du mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast, segne ich dich und will deinen Stamm mehren wie die Sterne am Himmel und den Sand am Meeresufer. Durch deinen Spross sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du auf meine Stimme gehört hast." - Viele Generationen später wird wieder ein Sohn geopfert, doch diesmal tritt kein rettender Engel dazwischen. Es ist Gottes eigener Sohn, den Henker ans Kreuz schlagen und qualvoll sterben lassen. Doch er opfert sich freiwillig für seine sündigen Menschenbrüder. Er bleibt nicht im Tod, er erhebt sich wie Phönix aus dem Grab und wird als König des Weltalls an der Seite Gottvaters in Ewigkeit herrschen.
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