Freitag, 20. Dezember 2013
Moses
Moses ist der bedeutendste Prophet, Gesetzgeber und Führer der Isrealiten. Keinen anderen Patriarchen des Alten Testamentes hat Gott mit wichtigeren Aufgaben betraut, keiner fühlte sich der ungeheuren Verantwortung unfähiger als er, aber auch kein anderer besaß seine Energie und Treue. Seit Gott zum ersten Mal mit ihm sprach, war er ihm stets nahe, trotzdem gab es für Moses immer wieder Perioden des Schweigen Gottes und der Verlassenheit. Das Hauptproblem seines Auftrages bestand darin, Hebräer und Ägypter über göttliche Vorhaben zu informieren, die undurchführbar schienen. Erschwerend kam hinzu, dass er kein Mann des Wortes war, seine schwerfällige und gehemmte Sprechweise besaß wenig Überzeugungskraft. Zum Glück stand ihm sein wortgewandter Bruder Aaron in allen erforderlichen Situationen zur Seite. - Er wurde in einer Zeit geboren, in der die Isrealiten seit mehreren Generationen im reichen Ägypten Unterschlupf fanden, um der Hungersnot im eigenen Land zu entgehen. Sie wurden hier als fleißige, zuverlässige Gastarbeiter mit offenen Armen aufgenommen. Als ein neuer Pharao den Thron bestieg und sah, wie zahlreich sich die Kinder der Eingewanderten vermehrt hatten, beschloss er, sie zu verringern und befahl, alle neugeborenen Söhne zu töten. Eine Frau aus dem Stamme Levi gebar einen Sohn. Sie versteckte das schöne, wohlgestaltete Kind drei Monate lang, Als dies nicht mehr möglich war, setzte sie es in einem Korb aus Papyrusrohr im Schilf des Nils aus. Die Tochter des Pharao fand es dort, nahm es als eigenes Kind an und gab ihm den Namen Moses. Als Moses ein Mann geworden war, ging er zu seinen israelitischen Brüdern, die unter der Fronarbeit stöhnten. Da sah er, wie ein ägyptischer Aufseher einen Isrealiten schlug. Moses tötete den Ägypter. Als dies der Pharao erfuhr, wollte er Moses umbringen lassen, der aber floh ins Land Midian. Hier lebte er lange Zeit, heiratete Sappora, die Tochter eines Priesters und hütete die Schafe seines Schwiegervaters. Einmal trieb er sie weit über die Wüste hinaus bis an den Berg Horeb. Da sah er einen Dornbusch, der in Flammen stand und doch nicht verbrannte. Aus dem Dornbusch rief ihn Gott an und offenbarte ihm, dass er ihn ausersehen habe, das Volk Israel aus der ägyptischen Herrschaft zu befreien. Da ging Moses hin, holte Weib und Kinder und zog zurück nach Ägypten. Unterwegs schloss sich ihm sein Bruder Aaron an, den er in den göttlichen Auftrag einweihte. Sie sprachen zuerst mit den Ältesten der Hebräer. Als sie deren Vertrauen gewonnen hatten, gingen sie zum Pharao und verlangten von ihm den Abzug für ihr Volk. Die Freigabe gestaltete sich schwieriger, als nach den entwürdigenden Schikanen und der brutalen Unterdrückung der Isrealiten zu erwarten war. Langwierige Verhandlungen mit dem Pharao verliefen ergebnislos, bis Gott unerträgliche Plagen über Ägypten schickte. Nun erst ließ man sie widerwillig ziehen.
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