Freitag, 27. Dezember 2013
Der Zug durch die Wüste
Auf dieser weiten Wanderung zog der Herr vor ihnen her und leitete sie, am Tag in einer Wolkensäule, des Nachts in einer Feuersäule. Er führte sie nicht auf kürzestem Weg aus Ägypten in die Wüste, sondern über das Rote Meer. Der Pharao bereute, dass er die Israeliten hatte ziehen lassen. Er verfolgte sie mit einem großen Heer, vor dem sie ins Rote Meer flohen. Ein starker Ostwind teilte das Wasser und sie gelangten trockenen Fußes ans andere Ufer. Als ihnen die Truppen des Pharao ins Meer folgten, schlugen die Wogen über ihnen zusammen und ertränkten Wagen, Ross und Reiter. Nun begann für Moses und sein Volk die Wüstenwanderung, die vierzig Jahre dauern sollte. Sie verlangte ihnen das Äußerste an Kraft ab und führte durch sämtliche Stufen der Unzufriedenheit und Verzweiflung. Für die Isrealiten war diese Reise trotz täglichen Elends und Mangels aber auch die Erfahrung göttlichen Wunderwirkens. Gott half nie sofort, er stillte erst dann Durst und Hunger, wenn sie unerträglich geworden waren. Dann aber ließ er eine Quelle aufbrechen und überschüttete sie mit dem himmlischen Brot Manna und mit essbarem Geflügel. Oft murrten sie und haderten mit Gott, vor allem aber mit Moses, der sie aus der relativen Sorglosigkeit des Sklavenhauses in die Utopie der Freiheit entführt hatte. Die Eintönigkeit himmlischen Brotes und Fleisches konnte ihnen auf die Dauer nicht die Fleischtöpfe Ägyptens ersetzen. Aaron, das Sprachrohr des Moses, musste sie unermüdlich zum Weiterziehen motivieren. - Moses führte sie nach weiten Märschen an den Fuß des Berges Sinai. Hier offenbarte sich Gott zum ersten Mal auf dramatische Weise seinem Volk. Er fuhr im Feuer auf den Berg herab. Unter Blitz, Donner und Posaunenklang verkündete er die zehn Gebote. Die Isrealiten wichen in panischer Angst zurück und beauftragten Moses, allein mit Gott zu sprechen. Moses stieg auf die Hohe des Berges mitten in die Wolke, die den Zurückgebliebenen wie ein verzehrendes Feuer erschien. Moses blieb vierzig Tage auf dem Berg und der Herr kündete ihm seine Gebote und Forderungen. Er gab ihm zwei Steintafeln, auf denen die zehn Gebote geschrieben standen, die näheren Erläuterungen ließ er ihn ins Bundesbuch eintragen. Inzwischen waren die Hebräer im Wüstenlager ungeduldig geworden und misstrauten Moses. Sie zwangen Aaron, aus ihrem goldenen Schmuck das Standbild eines Jungstiers zu gießen, das sie als Gottheit anbeteten und ekstatisch umtanzten. Als Moses zurückkehrte, geriet er in maßlosen Zorn und ließ durch den treugebliebenen Stamm Levi alle Abtrünnigen töten. Dann stieg er wieder auf den Sinai und flehte bei Gott für sein Volk. Außerdem klagte er dem Herrn sein Leid, mit der schweren Bürde der Verantwortung überfordert zu sein. Gott bestimmte, siebzig zuverlässige Männer zu Rat und Hilfe auszuwählen. Gott offenbarte ihm auch, in welcher Wohnung er verehrt sein wollte, er beschrieb ihm das heilige Zelt und seine Einrichtung, sowie Kleidung, Wohnung und Opferdienst der Priester. Zum Priesterdienst berief er Aaron und seine Söhne.
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