Freitag, 28. Februar 2014
Die Auferstehung
"Die Herrlichkeit des Vaters berührte den adeligen Leib des Gottessohnes und so empfing Er seinen Geist zurück und erstand in strahlender Unsterblichkeit. Ihn stellte der Vater mit enthüllten Wunden den himmlischen Chören dar. Darüber erwachte bei ihnen eine unermessliche Freude, denn nun ist die böse Vergangenheit niedergerungen, in der Gott nicht mehr erkannt wurde. Die menschliche Vernunft, die durch die Einflüsterung des Teufels darniederlag, ist zur Erkenntnis Gottes erhoben. Dem Menschen ist der Weg der Wahrheit eröffnet und er ist vom Tod zum Leben zurückgeführt." (Hildegard v.B.) - Jesus hatte zu Lebzeiten mehrmals seine Ermordung und Auferstehung vorhergesagt. Die tatsächliche Verwirklichung lag aber so weit außerhalb jedes Vorstellungsvermögens, dass Christi Worte von den Aposteln überhört wurden. Seine Gefangennahme und Hinrichtung war für sie ein erschütternder Schock, der sie in Flucht, Angst und Verzweiflung trieb. - In den drei Tagen der Grabesruhe geschah außerordentlich viel. Nach dem Sterben seines Leibes stieg Jesus in das Reich des Todes hinab, in den großen Wartesaal der Unerlösten. Hier lebten die Seelen der Abgeschiedenen seit Adam in der Hoffnung auf Befreiung. Der Gottessohn öffnete weit die Kerkertore, nun durften die Harrenden endlich nach Jahrtausenden das Land der Düsternis verlassen..- Christi Auferstehung war ein plötzlicher, blitzartiger Vorgang, völlig verschieden von der Auferweckung des Lazarus. Der erste Hinweis war das leere Grab, das von mehreren Personen aufgesucht wurde. Den beiden Aposteln bedeuteten Engel, dass Jesus lebt. Von den Frauen aus seiner Anhängerschaft, die den Leichnam einbalsamieren wollten, sah nur Magdalena den Herrn, doch sie erkannte ihn erst, als er sie mit ihrem Namen ansprach. In den nächsten Tagen erschien Christus seinen Aposteln und Jüngern. Er war der Rabbi, der mit ihnen drei Jahre lang heilend und predigend durch Galiläa gezogen war, dennoch erschien er ihnen jetzt unbegreiflich verändert. Petrus, Johannes und Jakobus hatten ihn einst auf dem Berg Tabor in seiner Verklärung gesehen, Nur sie erkannten in dem Auferstandenen sofort den Verklärten wieder. Er ging durch verschlossene Türen, tauchte plötzlich aus dem Nichts auf, sprach mit ihnen, segnete und erteilte Weisungen für die Zukunft. Er begleitete unerkannt die beiden Emmausjünger eine weite Wegstrecke und erklärte ihnen den Sinn des Lebens und Sterbens Christi. Erst als er das Brot brach, fiel es wie Schuppen von ihren Augen. - Hildegard bringt die Auferstehung des Herrn in eine enge Beziehung zur Auferstehung aller Menschen. Der wesentliche Unterschied besteht aber darin, dass Christus mit Leib und Seele auferstanden ist. Von den sterblichen Menschen überlebt nur die Seele den Tod, während der Erdenleib im Grab verwest. Erst am Jüngsten Tag nach dem Weltuntergang wird Gott die Seelen der Gerechten mit einem neuen Leib bekleiden, der aber dann nicht mehr welttauglich sein muss, sondern ausschließlich himmelstauglich ist.
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