Donnerstag, 3. April 2014
Der Priester
" Nach der Himmelfahrt des Herrn schwebte das Feuer des Heiligen Geistes über den Aposteln und erleuchtete sie mit allem Wissen um himmlische und irdische Dinge. Durch den Samen der Worte Gottes sind die Jünger des Herrn zum Heilkraut des wahren Glaubens geworden. Wer Christus in der Geborgenheit der Kirche nachfolgen will, für den gilt sein Wort: Wer immer sein Haus, seine Brüder und Schwestern, Vater und Mutter, seine Kinder oder seine Äcker um meines Namens willen verlässt, der wird Hundertfältiges erhalten und ewigen Lohn ernten. Christus gab das Beispiel, sich selbst und allem zu entsagen. Es war notwendig, dass der Sohn Gottes am Ende der Zeiten kam. Mit den Lenkern der Kirche, mit Priestern, Einsiedlern, mit der Schlachtreihe der Geistlichen, mit frommen Eheleuten, mit Büßern und den Menschen der Selbstbeherrschung hat er Gottes Werk vollendet." (Hildegard v.B.) - Im Christentum ist der Priester Stellvertreter Christi auf Erden. Lebensweise und Richtlinien des Herrn haben sein Berufsbild bestimmt und die hierarchische Ausformung der Kirche durch den Primat des Petrus vorgegeben. Jesus lebte zölibatär und in einfachen Verhältnissen. Auch der Priester ist der Welt entzogen, um nur Gott und seinen Mitmenschen zu dienen. Gott gibt ihm dafür Rechte wie keinem anderen Beruf. Er darf Sünden vergeben, Brot und Wein in Christi Leib und Blut verwandeln, Sterbenden Wegzehrung reichen für den Eintritt in die jenseitige Welt. - Die Sündenvergebung durch die Beichte ist mehr als eine Minimal-Psychotherapie. Sie setzt Gewissenserforschung und Reue voraus. Die Erkenntnis der eigenen Sündhaftigkeit und eine tiefgreifende Umkehr nimmt nicht Maß an der jeweils geltenden gesellschaftlichen Liberalität, sondern an göttlichen Moralnormen, ohne die auf Dauer jeder Mensch und jede Staatsform in der Katastrophe endet. - Wie für den Mönch gilt auch für den Weltpriester die benediktinische Forderung:" bete, arbeite und lese". Ein guter Priester muss ein leidenschaftlicher Beter sein, der alle Anliegen seiner Gemeinde, seiner Stadt, seines Landes, der Sünder, Kranken, Sterbenden und Verstorbenen zum Ohr Gottes emporreicht. - Sein geistiges Bemühen um die Gotteswissenschaft soll er nicht mit dem Staatsexamen abschließen, sondern sich lebenslang weiterbilden. Es ist dabei ratsam, die Interessen über den Tellerrand des Pflichtwissens auszudehnen. Ein Priester sollte sich auch über alle spirituellen Strömungen jenseits der theologischen Orthodoxie informieren und sich eine vorurteilsfreie Meinung bilden, welche Wege zur Wahrheit und welche von ihr wegführen. - Priester sind Dolmetscher. Sie haben die heikle Aufgabe, den Gläubigen die oft schwerverständlichen Texte der heiligen Schriften nahezubringen, zu vereinfachen, ohne zu verniedlichen und auszudeuten, ohne zu verfälschen. - "Sobald ein Priester mit den heiligen Gewändern bekleidet an den Altar tritt, kommen Engel in hellem Lichterglanz vom Himmel und umfluten den Altar. Mit dem "Sanctus, Dominus Deus Sabaoth" beginnt das unaussprechliche Mysterium. In diesem Augenblick öffnet sich der Himmel. Ein feuriges Blitzen von lichter Klarheit fällt auf die Opfergaben nieder und durchströmt sie ganz mit Herrlichkeit. Und der blitzende Schein trägt sie in unsichtbare Höhen und lässt sie wieder auf dem Altar nieder. Obwohl nun die Opfergaben für das Auge der Menschen noch das Aussehen von Brot und Wein haben, sind sie doch in wahres Fleisch und wahres Blut verwandelt. Wenn sich nach Vollendung des heiligen Geheimnisses der Priester vom Altar entfernt, zieht sich auch der Lichtglanz in die Verborgenheit des Himmels zurück." (Hildegard v.B.)
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