Freitag, 8. November 2013
Luzifer
Tragik umwittert das Schicksal der Engel. Gott schuf zehn Chöre. Luzifer war der Anführer des ersten Chores, der prächtigste Edelstein der Schöpfung, ein mächtiger Stern von lichtem Glanz und strahlender Schönheit. Dieser Engelsfürst spiegelte am reinsten die göttliche Lichtquelle. Mit der Erschaffung aller zehn Chöre offenbarten sich die göttlichen Werke und Licht erstrahlte in den drei Himmelsrichtungen Osten, Süden und Westen. Nur im Norden herrschte noch Dunkelheit, hierhin sollte Luzifer mit seinem Gefolge die göttliche Helligkeit tragen. Doch Luzifer sonderte sich von der göttlichen Liebe ab und verweigerte dem Herrn den Dienst. Er wusste von Gottes Plan, den Menschen zu erschaffen und ihn dem Schutz und Dienst der Engel anzuvertrauen. Neid und Eifersucht erfüllten ihn. Er sah sich aus der Rolle des Favoriten verdrängt und zu Handlangerdiensten für den aus Lehm geformten Rivalen verurteilt. Auch wollte er nicht nur Lichtträger, sondern selbst die Lichtfülle sein und vergaß dabei, dass sein eigener Glanz nur die göttliche Sonne widerspiegelte. Die Flamme eitler Selbstüberhebung loderte in ihm auf, er strebte danach, aus eigener Kraft schöpferisch zu wirken und sich zum Obergott aufzuschwingen. Sein Anhang stimmte ihm jubelnd zu und beschloss, das Dunkel des Nordens mit Licht zu erfüllen und dort Luzifers Thron zu errichten. Doch in dem Augenblick, in dem sie sich von Gott abwandten, erlosch der herrliche Engelsglanz und wurde schwarz wie Kohle. In Luzifer erstarb das blitzende Licht, mit dem ihn Gottes Macht bekleidet hatte. Durch seinen treulosen Verrat zerstörte er in sich die Schönheit des Erzengels und streckte sich gierig nach der satanischen Bosheit aus. Für die Deserteure des göttlichen Dienstes war nun kein Ort mehr im ewigen Sternenkranz. Die Windsbraut der himmlischen Allmacht brauste in gewaltigem Rauschen auf und stürzte die Rebellen durch Michael wie Bleiklumpen in die Bitterkeit schwarzen Verderbens. Alles weitere erfolgte mit unerbittlicher Konsequenz. Der lichtlose Norden, die Hölle, wurde nun ihr Reich und die Brutstätte ihrer Macht. Luzifer pervertierte zu Satan, edelste Schönheit zur abstoßenden Hässlichkeit des Drachen, Himmelslicht zu Flammen der Vernichtungswut, heilige Weisheit zu gaunerhafter Schlauheit, göttliche Liebe zu teuflischem Hass. Doch der herrliche Glanz kehrte bei seinem Erlöschen in den gefallenen Engeln sofort zu Gott zurück. Der Herr barg dieses strahlende Lichtkleid und bewahrte es für den Lehm, den er zum Menschen bilden wollte. Seitdem führt Luzifer einen erbitterten und heimtückischen Kampf gegen den Schöpfer. Bis zum Jüngsten Tag wird diese Auseinandersetzung dauern. Erst wenn Christus am Ende der Zeiten als Richter wiederkommt, erfasst Satan im Verzweiflungsschmerz völliger Niederlage das Hoffnungslose seines Aufbegehrens gegen Gott, Engel, Menschen und seine unwiderrufliche Verdammung.
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