Dienstag, 7. Januar 2014

Das Gesetz

"Moses genoss das besondere Vertrauen des Herrn. Zu den Propheten sprach Gott durch Träume und Gleichnisse, zu Moses von Mund zu Mund. Für das Volk war Gott durch eine Wolke verborgen, Moses wurde seines Anblicks und seiner direkten Ansprache gewürdigt. Er war vom göttlichen Geist erfüllt, das Feuer des Geistes sprang auch auf die Priester und Mitarbeiter über, die er auf Gottes Geheiß ernannt hatte. Gott gab ihm außer den Zehn Geboten eine Reihe weiterer Gesetze über Leibeigenschaft, Totschlag, Körperverletzung, fremdes Eigentum, Armenpflege, Gerechtigkeit, Nächstenliebe und jährliche Feste. Auch wiederholte er noch einmal seine Verheißung: "Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, dass er dich auf deinem Weg behüte und an den Ort bringe, den ich für dich bereitet habe." (Probst/Peterich) - Die Fülle der Vorschriften, die Moses gegeben wurden, verweben kunstvoll Himmel und Erde. Jede geringste irdische Tätigkeit findet ihren Sinn in der Bezogenheit auf eine erhabene jenseitige Instanz, mit allen Fasern hängt die Welt an der Überwelt. Wie der Himmel aus einer innigen Gemeinschaft zwischen Gott und Engeln in gehorsamer Verwirklichung göttlicher Inspirationen besteht, so soll es auch mit dem Leben der Menschen beschaffen sein. Das ist nur dann möglich, wenn alle irdischen Beziehungen genau festgelegt sind. Die göttlichen Gesetze trennen messerscharf rein von unrein, heilig von heillos, gottzugewandt von gottfern. - Das Versprechen des vierten Gebotes gilt in übertragenem Sinn für alle Gebote. "Handle nach meinem Willen und es wird dir wohl ergehen auf Erden". Der Mensch ist nur dann im Lot, wenn ihn göttliche Regeln strukturieren, ohne diese Ordnung verfehlt er sein Ziel. Mit der Gliederung der Zehn Gebote ist eine genaue Richtung vorgegeben. Im Vordergrund steht die Beziehung zu Gott, er ist Zentrum, Anfang und Ende. Aus der Verantwortung vor Gott folgt das Verhältnis zum Mitmenschen, es funktioniert nur, wenn der Nächste mindestens so wichtig ist wie die eigene Person. Sein Leben, sein Eigentum, sein guter Ruf sind unantastbar. Unausweichliche Konsequenzen durch harte Bestrafung schützen die Gemeinschaft vor allen, die durch Mord, Raub, Ehebruch oder Verleumdung ihren Zusammenhalt gefährden. Gott weiß aber auch, dass die Menschen nur dann zu gerechtem Handeln angespornt werden, wenn er in Ihrer Mitte wohnt und ansprechbar ist. - "Den Weisungen Gottes getreu ließ Moses das Offenbarungszelt mit den heiligen Geräten, den Vorhof mit dem Brandopferaltar und die priesterlichen Gewänder für den Gottesdienst anfertigen. Nachdem er das Heiligtum gesalbt und gesegnet hatte, bedeckte die Wolke das Zelt und die Herrlichkeit Gottes erfüllte die Wohnung. Der Herr sprach immer wieder von hier aus zu Moses und half ihm, das Volk zu lenken." (Probst/Peterich)

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